Bildung Grenzenlos: Bildungsungleichheit und Diversität in Zeiten der Coronakrise

Wir möchten euch auf folgende Veranstaltungen und eine Petition hinweisen:

Liebe Bildungsinteressierte,
  wie schon vor den vergangenen Wiener Wahlen werden wir auch heuer wieder eine Podiumsdiskussion mit den Bildungssprecher*innen der im Gemeinderat vertretenen Parteien durchführen.

Auf Grund der allseits bekannten Umstände wird diese Veranstaltung aber nicht mit Publikum stattfinden, sondern am 29.9. aufgezeichnet und danach online gestellt werden. Geplant ist auch, dass der TV-Stadtsender W 24 eine Aufzeichnung ins Programm nimmt.

Falls Sie Fragen an die Politiker*innen haben, ersuchen wir Sie, diese möglichst bald per Mail an uns zu schicken (kontakt@bildunggrenzenlos.at). Wir werden sie dann zusammenfassen und an die Bildungssprecher*innen richten.

Weiters möchten wir Sie auf diese Online-Veranstaltung hinweisen:

Bildungsungleichheit und Diversität in Zeiten der Coronakrise

6.10.2020, 17:00 – 19:00 (Check-In ab 16:45 über diesen Zoom-Link: https://swiy.io/ungleichheit

Im Rahmen dieser Veranstaltung kommen Schüler*innen zu Wort, weiters gibt es Inputs von Inci Dirim („Schlechterstellung von Schüler*innen mit Migrationshintergrund im österreichischen Bildungssystem?“) und Marko Lüftenegger (Lernen unter Covid-19-Bedingungen) sowie eine daran anschließende Podiumsdiskussion.

Schließlich noch ein Hinweis auf eine Online-Petitionhttps://mein.aufstehn.at/petitions/initiative-gegen-deutschforderklassen


Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Erwin Greiner für Bildung Grenzenlos

https://mailchi.mp/cd1af4240f01/wien-wahl-ihr-input-ist-gefragt-veranstaltungshinweise?e=538423442f

Plauderei über den Schulanfang (Stammtisch September)

Hoffentlich seid ihr -den Umständen entsprechend- gut in das neue Schuljahr gestartet! Wir möchten uns zum Stammtisch im September gerne richtig treffen und hoffen, dass das von den Corona-Auflagen her möglich sein wird. Bei Schönwetter können wir uns einen Platz im Freien suchen.

Treffpunkt: Donnerstag, 8.10.2020, 19h im Amerlinghaus

Gute Zeit bis dahin! Lg Eva

Stammtische 2020/2021

Ab Herbst werden folgende Donnerstage unsere Freinet-Donnerstage sein:

8.10.2020: Plauderei über den Schulstart

12.11.2020: Eva Unterweger wird uns über den Stand des Westsahara Konfliktes, die politische Lage in den von Marokko besetzten Gebieten, in den „befreiten“ Gebieten und in den Flüchtlingslagern erzählen; sie ist in einem Wiener Verein aktiv, der Schulen in den Lagern unterstützt.

10.12.2020: Ausflug in das Atelier von Heinz Suk; Heinz ist NMS-Lehrer und macht seit vielen Jahren Kunst (https://www.heinz-suk.at/)

14.1.2021

11.2.2021

11.3.2021: Freinetpädagogik und die Sekundaria mit Radim Tobrman und Bernd Kniefacz

8.4.2021: Ausflug in den Sandleitenhof mit Führung von Inge Schierer (bei Schlechtwetter im Mai)

20.5.2021

10.6.2021: Essen und Planen für das neue Stammtischjahr

Wir treffen uns um 19h im Amerlinghaus, 1070, Stiftgasse; den Elise-Schildern folgen. Weiters planen wir für die Stammtische folgende Themen: Diskussion mit Christian Diewald über seine Masterarbeit zur Freinetpädagogik, vielleicht gehen wir auch mal ins Theater, Kino, etc.

Schriftstellerin Streeruwitz: „Staat und Wirtschaft sind durch Corona andere geworden“

Marlene Streeruwitz hat einen Artikel im Standard geschrieben, den wollen wir euch gerne empfehlen. Hier ein Ausschnitt daraus, im Anhang der Link zum ganzen Artikel.

„Die Hausaufgaben sind in der Notengebung ein Regierungsinstrument. Nicht nur der Schultag soll in die vollkommen sinnlosen 50 Minutenportionen zerschnitten sein. Auch die Freizeit muss besetzt bleiben. Arbeitsweltliche Disziplinierung ist das. Vertiefung des Wissens wird das genannt. Auslieferung an die gottgewollten und unveränderbaren Umstände könnten wir das nennen.

Wieder wird über die Eltern festgelegt, wo das Kind dann mit den Noten stehen wird. Wer kann das Kind unterstützen? Wer nicht? Wer hat Zeit? Wer kann das nicht? Mit den Noten stellt der Staat sich mitten in die Familie hinein. Und. Der Staat spiegelt die gottgewollte Unveränderbarkeit des Stands an die Familie zurück. „Es sind doch nur Noten“, sagt die Frau bei der Diskussion nach der Lesung. „Das haben wir doch alle durchgemacht.“

Die Frage der Hausaufgaben. Sie hat durch die Corona-Krise eine besondere Brisanz bekommen. So, wie es hierzulande selbstverständlich ist, über die Freizeit von Schülern und Schülerinnen zu verfügen. So wird das Homeoffice behandelt werden. Und wieder wird sich auswirken, wie diese Verfügung über die Person in den frühen Phasen der Schulzeit gehandhabt worden ist.

Wir haben da nicht nur gelernt, dass wir in Texten als Person nicht vorkommen. Wir haben auch gelernt, dass unsere Zeit der Schule gehört. Dass die Schule unsere Zeit zerteilt. Dass die Schule uns 15 Minuten für das Essen einräumt. Dass wir besser nur in den Pausen aufs Klo gehen sollten. Dass wir uns nur zu Wort melden sollen, wenn wir etwas wissen, und nicht die Zeit des Unterrichts mit dummen Fragen verschwenden sollen. Dass unser Widerstand aber über Fragen zu Stundenverkürzung führen kann. Viel Kraft und Erfindungsgeist musste auf das Erträglichmachen des Regimes aufgewendet werden.

Wie wird diese schulische Kultur uns behindern, wenn es um das Homeoffice gehen wird. Wenn die Verantwortung der Zeiteinteilung und des Kraftaufwands an die Person übergeben wird. Hierorts. Wir sind Personen, die daran gewöhnt wurden, regiert zu werden. Wir sind Personen, denen die Zeit eingeteilt worden war. Denen die Hausaufgaben zugeteilt worden sind. Und. Die für die Erledigung dieser Hausaufgaben beurteilt wurden.

Weil das Kind zu einem brauchbaren Staatsbürger erzogen werden sollte. Weil die Normen der frühen Industrialisierung für die Organisation der Schule ausschlaggebend gewesen waren. Weil die Schulen zu Beginn in den Händen der katholischen Kirche lagen. Weil die Schulen die Erziehung zum Soldaten zum Vorbild hatten. Weil es sich um eine Militarisierung der Leben handelte, die gar nicht so undeutlich immer noch zu erkennen ist.

Nur das Ergebnis wird bezahlt

Deshalb wird das Homeoffice zur Wiederauflage der Protoindustrialisierung werden. Hierzulande. Es wird am Ende nur das Ergebnis bezahlt werden. Das Produkt dieser Heimarbeit. So wie das mit den Hausaufgaben gelernt worden war, wird „Die Wirtschaft“ dazu übergehen, nur das jeweilige Ergebnis zu bezahlen. Faktoren wie Arbeitszeit. Gesundheit. Sicherheit am Arbeitsplatz. Besteuerung. Urlaub. Freizeit. Kinderbetreuung. Sorgearbeit. Selbst die neoliberalerweise so geschätzte Work-Life-Balance wird aus dem Gleichgewicht geraten.

Es wird der einzelnen Person überlassen werden, wie sie zu dem verlangten und zu bezahlenden Ergebnis kommen wird. Die schon gegebenen Umstände der Person werden einmal mehr festgeschrieben und bestimmen ihren Wert. Der gottgewollte Platz des Ständischen. Die gewollte soziale Immobilität des Kirchlichen. Die Fesselung in den Zufall der Geburt des Nationalistischen. Mit einem deregulierten Homeoffice als Normalfall des Arbeitsplatzes.

Wir sind zurück auf Punkt eins cisleithanischer Frühaufklärung. Und die Predigten des Kanzlers werden das in erprobter Weise als naturhaftes Ereignis einer nicht mehr erwähnt werden müssenden Vorsehung vermitteln. Der Kanzler selbst kommt ja in seinen Texten nicht vor. Er hat den Pluralis Majestatis als Ich-Krücke zur Erfüllung seiner Sendung zu Verfügung.„

https://www.derstandard.at/story/2000118181751/schriftstellerin-streeruwitzstaat-und-wirtschaft-sind-durch-corona-andere-geworden

Stammtisch im Mai: Picknick im Burggarten

Liebe Freinetpädagog*innen!
Liebe Freund*innen der Freinetpädagogik!
Wir werden uns zum Stammtisch im Mai zum Picknick und Plaudern treffen:
am Do., 14.5.2020, ab 19h im Burggarten 🙂
Bring eine große Decke mit (distancing)!

Wegen des Schlechtwetters verschieben wir den Stammtisch auf Do., 28.5.2020, schon ab 18:30. Da die Wetterprognosen wieder nicht gut aussehen, treffen wir einander um 18:30 beim Amerlinghaus und entscheiden vor Ort gemeinsam, ob wir in den Burggarten gehen oder im Amerlinghaus bleiben.

 
Wir freuen uns auf euch!
Wanda und Eva

Lernen und Lehren in Zeiten der Ausgangseinschränkungen 2020

Der herkömmliche Schulbetrieb geht davon aus, dass Aufträge genügen: die Lehrperson schafft an was zu lesen, schreiben, lernen sei und die Kinder lesen, schreiben, lernen.

In der herkömmlichen Schule wird selbstorganisiertes Lernen nicht vermittelt. Lehrer*innen geben nach einem vorgegebenen Lehrplan den zu lernenden Stoff vor und die Termine an denen dieser Stoff abgeprüft wird. Die kurzfristigen Konsequenzen für die Schüler*innen bei Nichterfüllen dieses Prozesses – den Lehrstoffes vorgetragen zu bekommen, die zugeteilten Aufgaben zu erledigen und das Faktenwissen bei den Prüfungsterminen zu reproduzieren – sind im Laufe des Schuljahres bessere oder schlechtere Noten. Langfristig bedeuten ein Versagen oder Verweigern bei dieser Art des Unterrichts den Schullaufbahnabbruch, demotivierte Menschen, Angst vor geistiger Anstrengung im weiteren Leben.

Dann kommt so ein Virus daher, die Schulen werden geschlossen und das Bildungsministerium verordnet E-Learning.

Die eine oder andere (Allgemeinbildende Höhere) Schule, die eine oder andere (Oberstufen-)Lehrer*in, mögen darauf vorbereitet gewesen sein, die meisten wahrscheinlich nicht. Erfahrungen mit dem Lehrbetrieb an den Universitäten zeigen, dass sogar Studierende damit überfordert sind, mit den Texten in den diversen Moodle-Plattformen und mit den Webinaren auf Jitsi und BlueButton zurechtzukommen.

Und die Pflichtschüler*innen? Weiterlesen

Einige Infos zur Situation an den Schulen…

Wenn ihr euch informieren wollt, dann könnt ihr hier nachlesen…

Infos aus dem Ministerium:

https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/beratung/corona/corona_info.html

Infos der unabhängigen Personalvertretung:

österreichweit, alle Schulen: https://www.oeliug.at/2020/03/12/hinweise-zu-corona-ma%C3%9Fnahmen-in-den-schulen/

wiener Pflichtschulen: http://www.apflug.at/

Bleibt gesund! Bis bald einmal 🙂

Inge und Eva