Stammtisch im Februar: Gaby Bogdan (apfl-ug)

Was ändert sich mit der „Bildungsdirektion“?

Zum Stammtisch kommenden Donnerstag haben wir Gaby Bogdan von der apfl-ug (Personalvertretung) eingeladen. Sie wird uns über die Neuerungen bezüglich der Bildungsdirektion in Wien erzählen. Wir treffen uns um 19h im Amerlinghaus (1070, Stiftgasse 8).

mehr zur apfl-ug: http://www.apflug.at/Startseite/

 

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Einladung Forum Deutschförderklassen: Erfahrungen und Perspektiven

Die Deutschförderklassen sind nur ein halbes Jahr alt. BildungGrenzenlos, die AK, lernraum wien( VHS) und ÖDaF (Österr. Verband für Dt. als Zweitsprache) laden zu einer Veranstaltung, um Zwischenbilanz zu ziehen:

28. Februar 2019, 16:00-19:00 Uhr, VHS Favoriten

weitere Infos:  Einladung_Forum_Deutschfo_rderklassen_8.2.2019

 

DoDemo: Demo Bildet! Bildet Demos!

Am Donnerstag, den 17.1.2019 findet die DonnerstagsDemo zum Bildungsthema statt. Hier der Aufruf:

Demo Bildet! Bildet Demos!

17.01.2019 18.00 Uhr

ÖIF – Landstraße Hauptstraße 26

(Treffpunkt der Freinetgruppe Wien: 18h vor Thalia/ Landstraße U3/U4)

 

Für soziale Gerechtigkeit und ein Recht auf gleichberechtigten Zugang zu Bildung! Bildung sollte keine Ware sein. Bildung darf weder dem Markt noch dem Arbeitsmarkt noch der Sicherheit noch den Interessen der Eliten unterworfen werden. Die Konsequenzen davon kennzeichnen, wie wir jetzt schon wissen, eine sozial ungerechte Gesellschaft. Die Privilegien verfestigen sich, die Benachteiligungen genauso. Dieser Logik folgen auch gesetzliche Regelungen, die verpflichtende Deutsch- und Wertekurse in Koppelung an Aufenthaltsrechte sowie Deutschförderklassen vorschreiben.

Wehren wir uns vielstimmig! – Inklusion statt Ausgrenzung! Solidarität statt Deutsch- und Wertezwang! Gehen wir zusammen auf die Straße! Gegen die Instrumentalisierung von Bildung! Bringt eure Empörung, eure Freund*innen und Kolleg*innen, macht mit!

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Sosyal adalet ve eğitime eşit erişim hakkı! Eğitim bir mal olmamalıdır. Eğitim, piyasaya veya iş piyasasına veya elitlerin güvenliğine veya çıkarlarına maruz bırakılmamalıdır. Bunun sonuçları, zaten bildiğimiz gibi, sosyal adaletsiz bir toplumu karakterize eder. Ayrıcalıklar tipki dezavantajlarda olduğu gibi derinleşiyor . Bu mantığı, okullarda almanca sınıfları adı verilen ayrıştırıcı eğitimler ve oturum hakki için zorunlu Almanca ve Değer kursları öngören yasal düzenlemeler de takip etmektedir.

Farklı seslerimizle savaşalım! – Dışlama yerine dahil et! Almanca ve degerler dayatması yerine dayanışma! Birlikte sokaklara gidelim!
Eğitimin araçsallaştırılmasına hayır!

Kızgınlığınızı, arkadaşlarınızı ve meslektaşlarınızı da katın!

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Obrazovanje ne sme da bude roba. Obrazovanje ne sme da služi tržištu ili radnom tržištu niti takozvanoj „nacionalnoj sigurnosti“, o kojoj politika priča, niti interesu elita. Ako je to slučaj, kao što je trenutno, znači da imamo socijalno nepravedno društvo. U takvom društvu privilegovani postaju još privilegovaniju, a potlačeni još potlačeniji i obespravljeniji. Baš se ovakvom logikom vodi trenutna vlada sa nepravednim pravnim sistemom, gde boravišno pravo (Aufenthaltsrecht) zavisi od obaveznih kurseva nemačkog i takovanih „kurseva vrednosti“ („Wertekurse“), a novo osnovani posebni razredi za decu koja ne znaju dobro nemački („Deutschförderklassen“) pokazuju koliko je neravnopravan i diskriminirajući obrazovni sistem.

Pružimo otpor na svim jezicima! Inkluzija i uključivanje umesto isključivanja i izdvajanja! Solidarnost umesto prisile pričanja nemačkog i prihvatanja vrednosti! Zauzmimo zajedno ulice! Protiv iskorišćavanja i instrumentalizovanja obrazovanja! Pokažite svoje neslaganje i otpor zajedno sa vašim prijateljima*prijateljicama, kolegama*koleginicama i familijom!
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Social justice and a right to equal access to education! Education should not be a commodity. Education must not be subjected to the market, nor to the labor market, or security or interests of the elite. The consequences of this, as we already know, characterise a social unjust society. The privileges solidify as do the disadvantages. This logic is also followed by legal regulations which stipulate mandatory German and Value courses in connection with residence permits as well as segregated education in schools called “Deutschförderklassen”.

Let us fight for polyphony! – Inclusion not exclusion! Solidarity not monotony!
No to enforced Values and enforced monolingualism!

Let’s take the streets together!

No to the instrumentalisation of education!
Bring your indignation, your friends and colleagues, participate!

Stammtisch Dezember 2018: Bring deine Bastelidee mit!

Am Donnerstag, den 13.12.2018, treffen wir uns wieder zum Stammtisch, ab 19h im Amerlinghaus (Achtung: Christkindlmarkt-Wahnsinn rund um das Amerlinghaus!!).

Weil wir auch gerne etwas Kreatives machen: „Bring eine Bastelidee mit und stell sie den anderen vor!“. Es muss nichts Weihnachtliches sein, denn die Kinder der Freinetklasse basteln gerne das ganz Jahr! Wir bringen Scheren, Uhu, Filzstifte; wenn du noch etwas anderes brauchst, nimm es bitte mit!

Wir freuen uns auf einen lustigen Abend!

eva

Seminare zur Freinetpädagogik – jetzt inskribieren!

Wir bieten im Sommersemester folgende Seminare an der PH Wien an:

26.3.2019: Begabungsförderung durch Individualisierung leicht gemacht – organisatorische Rahmenbedingungen schaffen; Volksschule Karl Löwegasse 20, 1120; 14.00 – 16.35

16.5.2019: Freinetpädagogik – Demokratie und Klassenrat; Volksschule Zennerstraße 1, 1140, 14.30 – 16.00

23.5.2019: Freinetpädagogik – die „natürliche Methode“ (von den Fragen und Interessen der Kinder ausgehen; Volksschule Zennerstraße 1, 1140; 14.30 – 16.00

Wir freuen uns über viele TeilnehmerInnen! Bitte weitersagen!

Stellungnahme zum Pädagogik Paket 2019

An das

Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung
Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann

Minoritenplatz 5, A-1010 Wien

per Mail an: begutachtung@parlament.gv.at

Stellungnahme zum Pädagogik Paket 2019

Als Freinetpädagog*innen in Österreich beschäftigen wir uns seit über 30 Jahren mit dem Lernen von Schülerinnen und Schülern aller Schultypen nach den Ideen von Celestin und Elise Freinet und anderen reformpädagogischen Richtungen. Wir arbeiten und diskutieren mehrmals jährlich auf Tagungen und Seminaren österreichweit, in Wien tauschen wir monatlich unsere pädagogischen Überlegungen aus (https://freinetgruppewien.wordpress.com/ ; https://www.kooperative-freinet.at/ ).

Zum vorliegenden Gesetzesentwurf möchten wir Folgendes anmerken:

Die ausschließlich alternative Leistungsbeurteilung unserer Schüler*innen ist uns als Freinetpädagog*innen essentiell wichtig. Seit vielen Jahren bemühen sich engagierte, innovative Pädagog*innen das nichts aussagende, starre Notensystem, durch alternative Beurteilungen zu verbessern. Wir kennen keine Studie, die belegt, dass sich diese Schulversuche nicht bewährt haben.

Wir wollen darauf hinweisen, dass Noten

  • keine Aussage über den tatsächlichen Lernstand geben.

  • österreichweit nicht vergleichbar sind, da sie individuelle Interpretationen der Schulleistungen der Kinder sind.

  • Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern, die beim Schulstart benachteiligt sind, zu früh „kategorisieren“, „bewerten“ und „einstufen“. Die im Pädagogik Paket 2018 beschriebenen „Neuerungen“ der Notengebung ab Ende der 2. VS-Klasse sind nicht zeitgemäß und werden die Kluft zwischen Kindern aus bildungsnahen und bildungsfernen Familien noch mehr erweitern.

  • familiären Stress, Frustration und Druck für die Kinder auslösen („schlechte Noten“ in der Volksschule beginnen im Empfinden der Eltern ab einem „Gut“).

Es gibt keine Notenwahrheit! Leistung und Lernen sind multidimensional und mit Noten nicht erfassbar!

Alternative Leistungsbeurteilungen (KDL, LFD, KEL-Gespräche,…)

  • lassen eine Dokumentation der Entwicklung der Kinder zu.

  • ermöglichen Eltern individuell für ihr Kind Rückmeldung zum Leistungsstand zu erhalten.

  • ermöglichen Fördermaßnahmen bezüglich des individuellen Leistungsstands mit den Eltern ohne „Notenstress“ oder „Notendruck“ zu besprechen.
  • ersparen den Kindern Stress, Überforderung und Frustration, somit bleiben die Kanäle für das Lernen offen.
  • müssen die Entwicklung der Schüler*innen dokumentieren und Fortschritte abbilden. Sie können nie eine „Ergänzung“ zu einem Notenzeugnis sein. Das individuelle Recht eines jeden Elternteils Ziffernnoten einzufordern führt alternative Beurteilungssysteme ad absurdum. Kategorisierungen wie „selbstständig“, „eigenständig“, „erreicht“ oder „nicht erreicht“ sind kontraproduktiv und unnötig.

Wir sprechen uns dafür aus, die Entscheidung über die Form der Beurteilung bis Ende der 3. Schulstufe in der Autonomie der Schulen zu belassen. Die Mitglieder der Schul- bzw. Klassenforen kennen die Besonderheiten des jeweiligen Standortes und die Bedürfnisse der Schüler*innen am besten, deshalb sollte die Entscheidung über die Beurteilungsform in diesen Gremien getroffen werden und nicht bundesweit verordnet werden.

Unser Ziel einer Bildungsreform bleibt die gemeinsame Schule der 10-14Jährigen. Die geplante Gesetzesänderung für die künftige Mittelschule (derzeit NMS) der zwei Leistungsniveaus soll vor der Erstellung der dann gültigen Lehrpläne erfolgen. Viele Details sind noch nicht geklärt (das Beurteilungsraster, die schriftlichen Erläuterungen). Wir halten es nicht für sinnvoll ein Gesetz zu beschließen, dem die Ausführungen für die Praxis fehlen. Eine Wiedereinführung der Leitungsgruppen begrüßen wir aus pädagogischen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten nicht.

Wir Freinetpädagog*innen lehnen weitere verpflichtende Testungen (IKPM: Individuelle Kompetenz- und Potentialmessung) in der 3., 4., 7. und 8. Schulstufe ab. Die Sinnhaftigkeit der bisherigen Testungen erschließt sich uns nicht (BU8-Test, Salzburger Lesescreening, BIST-Testungen auf der 4. und 8. Schulstufe, etc.).

Die im Pädagogik Paket 2019 beschriebenen Standortgespräche auf der 4., 7. und 8. Schulstufe sind grundsätzlich zu begrüßen. Verpflichtende Gespräche von 50 Minuten pro Kind scheinen organisatorisch vor allem an ganztägig geführten Schulen undurchführbar, da die KEL-Gespräche erhalten bleiben sowie weitere Elterngespräche in der 3., 4., 7. und 8. Schulstufe über die IKPM im Gesetzesentwurf stehen (> 2 Stunden Elterngespräche/ Kind/ Semester).

Wir Pädagog*innen brauchen von unseren Arbeitgebern, den Bildungsdirektionen und dem Bildungsministerium, das Vertrauen in unsere Kompetenzen. Wir wollen nicht durch weitere administrative Auflagen (verpflichtende Lernzielkataloge, IKPM- und Standort- Elterngespräche, mehrfache Benotung) in unserer didaktisch-methodischen Freiheit beschnitten und zusätzlich belastet werden. Wir wollen in unserer Arbeitszeit in höchstem Maß aktiv mit den Kindern an ihren Lernprozessen arbeiten.

Jahrelange Schulentwicklungsarbeit von LehrerInnenteams wird mit diesem Pädagogik Paket 2019 aus politischer Ideologie abgewertet und abgeschafft.

Deshalb fordern wir:

  • Erhalt der Schulautonomie der Schulstandorte, z.B.: Entscheidungen über die Leistungsbeurteilung und über heterogenen oder homogenen Unterricht in der Sekundarstufe 1
  • keine verpflichtenden Testungen
  • die wissenschaftliche Evaluation der Reform

  • Einbeziehung von Expertinnen, die den derzeitigen Schulalltag kennen in die Vorgaben zur praktischen Umsetzung (z.B. Erstellung von Beurteilungsrastern)

Mit freundlichen Grüßen

Wanda Grünwald, Eva Neureiter, Susanne Obernberger, Dagmar Schöberl, Gabriele Starkl

für die Kooperative Freinet Österreich und die Freinet Gruppe Wien

Manifest der 350 LehrerInnen aus 27 Ländern, die in Ljungskile / Schweden zum 32. Internationalen Freinet- Treffen versammelt waren

Wien, am 17.10.2018

Sehr geehrte Damen und Herren!
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler!

Als Teilnehmerin am 32. Internationalen Freinet-PädagogInnen-Treffen in Ljungskile/Schweden 2018 und als Obfrau des Vereins Kooperative Freinet Österreich übermittle ich Ihnen, Herr Bundeskanzler, und der österreichischen Bundesregierung als Verantwortungsträger das auf diesem internationalen Treffen verabschiedete Manifest bezüglich der Migrationspolitik vieler europäischer Staaten.
Die TeilnehmerInnen bringen mit diesem Manifest ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck, dass Menschlichkeit und internationale Gesetzgebung politischen Erwägungen nachgereiht werden.

Mit freundlichen Grüßen
Mag. Ingrid Schierer
Obfrau des Vereins FreinÖ

Manifest der 350 LehrerInnen aus 27 Ländern, die in Ljungskile / Schweden zum 32. Internationalen Freinet- Treffen versammelt waren:

Im Lauf der letzten 15 Jahre ist eine „Atombombe“ im Mittelmeer explodiert:

34 361 Opfer bis zum heutigen Tag (Juli 2018), davon viele Kinder

Niemand verlaesst seine Heimat aus freiem Willen. Historische, oekonomische und politische Gruende (Kolonialismus, Neokolonialismus, Globalisierung) verursachen die Verelendung in Afrika und im Mittleren Osten. Wir sind zur Zeit Zeugen der Ausbreitung eines Gefuehls der Unsicherheit und Angst, was zu einer Schliessung der Grenzen fuehrt und kollektive, solidarische Loesungen verhindert.

Es ist von groesster Wichtigkeit, diesen Prozess umzukehren und eine nachhaltige Entwicklung in den Ursprungslaendern in Gang zu setzen. Die Medien muessen verantwortlich mit der Fluechtlingsfrage umgehen, die Staaten und die grossen Unternehmen muessen Verantwortung uebernehmen und die solidarischen Bewegungen und Organisationen in ihrer Arbeit unterstuetzen.

Wir, die in Ljungskile in Schweden zum 32. Internationalen Freinet-Treffen versammelt sind(1), fordern eine andere Politik, um Armut und Ausgrenzung zu bekaempfen, und wir leisten Widerstand gegen jede Form der Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit.

Ein bedeutender Teil der Oeffentlichkeit engagiert sich schon fuer die Migrantinnen und Migranten, und es gibt zahlreiche soziale Organisationen und Vereinigungen, die solidarische Arbeit auf diesem Gebiet leisten.

Freinet-LehrerInnen sind an der Seite der Unterdrueckten, sie engagieren sich im Bereich der Schule und in der Gesellschaft. Sie erklaeren sich einverstanden mit dem zivilen Ungehorsam gegen unterdrueckerische und diskriminierende Vorgehensweisen.

Die Generalversammlung der Vereinigung der Internationalen Freinet-Bewegungen (F.I.M.E.M.)

Ljungskile, le 27 Juli 2018

  • darunter ungefaehr 50 deutschsprachige TeilnehmerInnen