Amerlinghaus bleibt!! (nächste Runde)

Wien, am 15.11.2016

Sehr geehrte Frau Stadträtin Frauenberger!
Sehr geehrte Frau Mag. Bauer-Sebek!
Sehr geehrte Mitglieder des Gemeinderatsausschusses für Bildung und Jugend!

Vorerst bedanken wir uns bei Frau Mag. Bauer-Sebek für das Antwortschreiben der MA 13 – 883030/2015. Leider wurden mit diesem Schreiben unsere Sorgen über die unerfreuliche finanzielle Situation des Kulturzentrums Amerlinghaus nicht gemildert. Wenn angeführt wird, dass die Stadt Wien das Kulturzentrum jährlich mit 245.000.- Euro fördert, so war bereits 2014 abzusehen, dass diese Summe für eine korrekte Abdeckung der Grundkosten (Personal-, Miet- und Energiekosten) nicht reichen würde.
Wie wir bereits mit unserem letzten Appell zum Ausdruck brachten, verschlechterte sich natürlich in den Folgejahren 2015 und 2016 die Lage, weil bei gleicher Förderungshöhe, die Lohn- und Gehaltskosten- Erhöhungen (rein auf kollektivvertraglicher oder gesetzlicher Basis) sowie Preissteigerungen nicht mehr gedeckt werden können. Je mehr Jahre diese Förderung konstant bleibt, desto „verstärkter“ wirkt sich diese Unterdeckung auf das Ergebnis aus.
Bereits in vorangegangenen Jahren wurde durch Personalabbau die Kapazität auf ein „Mindestmaß“ reduziert und das hat nun vehemente negative Folgen, weil gleichzeitig die Nutzer_innen- Anzahl und die Nutzungsfrequenz gegenüber damals enorm zugenommen hat. Die Leistungen der Mitarbeiter_innen sind besonders hervorzuheben und zu bewundern!

Wir freuen uns, dass sich die Stadt Wien zum Kulturzentrum im Amerlinghaus bekennt und dieses als Ort der Vernetzung schätzt! Als Freinetgruppe Wien sind eine der Initiativen, die sich regelmäßig seit 7 Jahren im Amerlinghaus trifft. Unsere Treffen besuchen PädagogInnen aus Wiener Pflichtschulen, die nach den reformpädagogischen Ideen von Celestin und Elise Freinet arbeiten. Gemeinsam reflektieren wir über unseren Arbeitsalltag, tauschen pädagogische Ideen und Methoden aus; in unserer Arbeit in der Schule ist uns die Demokratie in der Klasse ein großes Anliegen. Vom Amerlinghaus aus organisieren wir auch nationale (jährliche Fortbildungsveranstaltungen) und internationale Vernetzungen mit Schwerpunkt Freinetpädagogik (wie z.B. der FreinetFlash im Oktober 2016, der auch im SSR für Wien Beachtung fand, https://freinetgruppewien.wordpress.com/).
Für uns ist das Amerlinghaus mit seinem niederschwelligen Zugang als Begegnungsort wichtig. Das setzt auch voraus, dass dem Verein Kulturzentrum Spittelberg jene Fördermittel zur Verfügung gestellt werden, die diesem auch die Chance geben, den Betrieb zu gestalten und nicht nur Jahr um Jahr die gesamte Energie und Kapazität einsetzen zu müssen, um „eine drohenden Beendigung“ des Kulturzentrums abzuwenden.

Nachdem in Kürze über die Förderungshöhe für das Kulturzentrum im Amerlinghaus fürs nächste Jahr, oder darüber hinaus entschieden wird, so ersuchen wir Sie, unsere Anliegen und die aufgezeigten Probleme zu berücksichtigen und sich dafür einzusetzen, dass ein geordneter Betrieb ermöglicht wird und, dass eine korrekte Förderungshöhe zur Deckung der Grundkosten ermittelt und bereitgestellt wird, welche die Teuerungsraten und Arbeitskostenveränderungen der vergangenen Jahre seit der letzten Festlegung berücksichtigt, die unerfreuliche Personalsituation beseitigen kann und einer jährlichen Anpassung unterzogen wird.
Bitte informieren Sie uns über alle Handlungen, die diese Angelegenheit betreffen.

Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen,
mit freundlichen Grüßen
Dipl.Päd. Eva Neureiter für die Freinetgruppe Wien

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