# amerlinghausbleibt

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Häupl!
Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin Vassilakou!
Sehr geehrte Frau Stadträtin Frauenberger!
Sehr geehrter Herr Stadtschulratspräsident Czernohorszky!

Wir wenden uns mit der dringenden Bitte an Sie, das Kulturzentrum im Amerlinghaus vor einem weiteren, existenzbedrohenden Personalabbau zu bewahren. Gegenwärtig tragen nur noch 3 Teilzeit-Kräfte und 1 Vollzeit-Putzarbeiterin die Verantwortung für den gesamten Betrieb des Zentrums mit seinen 70 Initiativen und einer Nutzer_innenfrequenz von 60.000 Menschen im Jahr.

Auch wir von der Freinetgruppe Wien sind eine der Initiativen, die sich regelmäßig seit 7 Jahren im Amerlinghaus trifft. Unsere Treffen besuchen PädagogInnen aus Wiener Pflichtschulen, die nach den reformpädagogischen Ideen von Celestin und Elise Freinet arbeiten. Gemeinsam reflektieren wir über unseren Arbeitsalltag, tauschen pädagogische Ideen und Methoden aus; in unserer Arbeit in der Schule ist uns die Demokratie in der Klasse ein großes Anliegen (https://freinetgruppewien.wordpress.com/).

Die Lage des Kulturzentrums im Amerlinghaus ist ernst wie nie zuvor. Die Grundkosten-Subvention ist seit vielen Jahren nicht angepasst, sondern sogar gekürzt worden, während alle Kosten wie Miete, Betriebskosten, Energie,… in diesem Zeitraum enorm gestiegen sind.
Nach Jahren des prekären Weiterarbeitens ohne Planungssicherheit wurde auch für 2016 unsere Forderung nach einer ausreichenden Grundkostenförderung für das Kulturzentrum nicht erfüllt. Die Kosten für Löhne, Miete und Energie betragen mittlerweile um rund 10.000,- € mehr als wir von der Gemeinde an Förderung erhalten.

Erschwerend kommt dazu, dass die Verhandlungen mit der GESIBA, an die die Miete von der MA13 direkt überwiesen wird, um eine Mietreduktion, eine gerechtere Aufteilung der Betriebskosten und dringend nötige Renovierungen im März 2016 gescheitert sind. Gleichzeitig hält die GESIBA aktuell einen Betrag von rund 200.000,- Euro zurück, der für Reparaturen und Sanierungen vorgesehen wäre. Der Ausgang des laufenden Verfahrens auf der Schlichtungsstelle ist ungewiss und zeitlich nicht absehbar. Und auch seitens des kommerziellen Amerlingbeisl gibt es keinerlei Entgegenkommen.

Das bedeutet für das Kulturzentrum nun, dass eine akute Finanzierungslücke besteht, für die innerhalb kurzer Zeit eine Lösung gefunden werden muss.
Die Folgen von weiteren Personaleinsparungen wären für das Zentrum verheerend und in ihren Konsequenzen gar nicht absehbar. Durch eine weitere Stundenkürzung würden wir arbeits- und handlungsunfähig gemacht, nicht zuletzt auch im Sinn der kritischen Positionierung des Zentrums und seiner Parteilichkeit für prekarisierte und marginalisierte Positionen. Ein Freiraum ist mehr als ein „bloßer“ Raum! Wir fordern die Anerkennung der wichtigen Sorge- und Schnittstellenarbeit zwischen Kunst und Kultur, Sozialem und Bildung, die hier generationenübergreifend, inter- und transkulturell sowie zivilgesellschaftlich über „Szene“-Grenzen hinweg täglich geleistet wird.

Daher ersuchen wir Sie in aller Dringlichkeit, die drohenden Personalkürzungen im Kulturzentrum im Amerlinghaus abzuwenden und dafür Sorge zu tragen, dass der Betrieb des Zentrums endlich nachhaltig mit einer ausreichenden Grundkostenförderung gesichert wird.

Wir ersuchen Sie, uns über alle Schritte zu informieren, die Sie in dieser Angelegenheit setzen.

Mit freundlichen Grüßen,
Wanda Grünwald, Eva Neureiter und Gabriele Starkl
für die Freinetgruppe Wien

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