Amerlinghaus bleibt!

Wir treffen uns als Freinetgruppe Wien monatlich im Amerlinghaus, dieses ist leider wieder einmal von Subventionskürzungen betroffen. Hier einige Informationen:

Mai 2016: MAYDAY! MAYDAY! Der Hut brennt!
WAS IST SCHON WIEDER MIT DEM KULTURZENTRUM IM AMERLINGHAUS LOS?!

Seit 41 Jahren ist das Zentrum kontinuierlich eine offene, niederschwellige Struktur, in der gesellschaftsemanzipatorische und selbstorganisierte Initiativen arbeiten, die auf das Kulturzentrum als Ressource angewiesen sind. Um das Zentrum als nicht-kommerziellen Kommunikationsraum zu erhalten, müssen wir seit vielen Jahren um eine ausreichende Förderung durch die Gemeinde Wien kämpfen. Bis jetzt haben wir es gemeinsam mit vielen Gruppen und Initiativen im Kulturzentrum und außerhalb geschafft, das Kulturzentrum im Amerlinghaus zu erhalten.
Nach Jahren des prekären Weiterarbeitens ohne Planungssicherheit wurde jedoch auch für 2016 unsere drängende Forderung nach einer ausreichenden Grundkostenförderung nicht erfüllt. Das geht auf Kosten der Qualität und des Umfanges unserer Arbeit und der Arbeit der rund 70 Gruppen im Kulturzentrum im Amerlinghaus. Jahrelang wurde an allen Ecken und Enden gespart, um mit dem real immer weniger werdenden Fördergeld auszukommen, während gleichzeitig der Bedarf an Freiräumen steigt, die, entgegen der fortschreitenden sozialen Verdrängung und Kommerzialisierung, einen sorgsamen und inkludierenden Umgang miteinander in den Mittelpunkt stellen.
Kosten für Büromaterial, Internet, Telefon, Kopierer, Ausstattung, Beleuchtung, Technik, Veranstaltungsbereich, usw. sind längst nicht mehr durch die Subvention abgedeckt. Notwendige Renovierungsarbeiten können nicht durchgeführt werden, die technische Infrastruktur fällt auseinander. Nun sind auch die Verhandlungen mit der Gesiba um eine Mietreduktion, eine gerechtere Verteilung der Betriebskosten und Geld aus dem prall gefüllten Reparaturtopf (um die 200.000,- aus den Mieten) gescheitert. Die Gesiba verweist uns an die Stadt und vice versa. Und auch seitens des kommerziellen Amerlingbeisl gibt es keinerlei Entgegenkommen.
Gegenwärtig sind wir an einem Punkt angelangt, an dem allein die Kosten für den Minimalstand an Personal und für Miete (die direkt von der Gemeinde an die gemeindenahe Gesiba überwiesen wird) um rund 10.000,- € mehr betragen als wir von der Gemeinde (MA 13) an Förderung erhalten. Und da stehen wir wieder bzw. immer noch – und täglich grüßt das Murmeltier…
Mehr Sparen ist nicht möglich! Eine politische Lösung ist nötig! Nicht auf Kosten anderer, und nicht durch eine Änderung der Struktur des Zentrums – denn Räume gesellschaftlicher Teilhabe und Involvierung sind unverzichtbar, Engagement braucht Raum und eine solidarische Infrastruktur, die diesem wohlwollend und unterstützend entgegen kommt, niederschwellig zugänglich und administrativ gut koordiniert ist. In einer schwierigen gesamtgesellschaftlichen Situation fortschreitender Entsolidarisierung und Abschottungspolitik hat das Kulturzentrum, das am Limit seiner Auslastungsgrenze ist, noch ein Stück weiter aufgemacht, um Raum und eine solidarische Infrastruktur für dringend nötige antirassistische Bildungsarbeit und Selbstorganisation zur Verfügung zu stellen. Nun ist es an der Zeit, dass die politisch Verantwortlichen handeln.
Nicht-kommerzielle Strukturen, innerhalb derer inklusive gesellschaftliche Konzepte entwickelt
und solidarisches Handeln bestärkt werden, sind wichtiger denn je!
Es kann nicht sein, dass für Einrichtungen, die nicht der neoliberalen Verwertungslogik entsprechen,
immer weniger Mittel zur Verfügung gestellt werden!
Wir sind kein Einzelfall und wir meinen, dass es im öffentlichen Interesse liegt,
vielfältige, kritische Denk-, Handlungs-, Lebens- und soziale Räume zu erhalten!
Wir fordern eine politische Lösung! Mehr Sparen ist nicht möglich, aus Schluss! Ausbau statt Abbau!
Wir wollen keinen weiteren Personalabbau und keine Haus-Aufsicht!
Wir fordern die Fortführung des offenen, niederschwelligen, kritischen Konzepts des Zentrums!
Wir fordern, dass der nicht-kommerzielle, unterstützende Ansatz, der den Zugang von prekarisierten, finanzschwachen, selbstorganisierten Initiativen zu den Ressourcen des Zentrums erhalten bleibt!
Abseits von Mainstram und Konsumrausch sind wir ein Zentrum für die lebendige Zivilgesellschaft und wollen das auch bleiben!

Wir werden um den Weiterbestand des Kulturzentrums kämpfen!
Kulturzentrum im Amerlinghaus bleibt!

unterschrift amerlinghaus

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