Atelier Freinet 2014 – Resolutionen

…das Atelier Freinet 2014in Pressbaum…

waren 5 arbeitsame, diskussionsreiche Tage mit 80 freinetbegeisterten Menschen aus ganz Österreich! Danke euch allen, die ihr dazu beigetragen habt! Einiges vom Treffen gibts unter: freinetisch.wordpress.com

Die entstandenen Resolutionen könnt ihr hier nachlesen:

Diskussionsschiene Samstag, 11.4.2014

SQA (Schul-Qualität-Allgemeinbildung)
wurde vom Bundesministerium österreichweit als Instrument für Qualitätssicherung und Schulentwicklung implementiert.

30 Teilnehmerinnen aus ganz Österreich des atelier freinet 2014 in Pressbaum haben dazu mit Veronika Rapetsreiter, SQA Verantwortliche vom SSR für Wien, diskutiert.

Wir als FreinetpädagogInnen sind für eine Schulentwicklung und Qualitätssicherung, wo partizipative Prozesse stattfinden, sich Kolleginnen gemeinsam was zur Schule überlegen. Aber wir haben im Zusammenhang mit SQA verschiedene Befürchtungen:
z.B.: dass, wie so oft in den letzten Jahren, Worthülsen produziert werden, die wenig oder keinen Inhalt haben. Wir wissen eigentlich nicht, welche Intention wirklich hinter SQA steht, in den letzten Jahren wurden uns oft Dinge aufoktroyiert, die unseren Vorstellungen von Schulentwicklung zuwider laufen – die Testerei, die Bildungsstandards….
Wir wollen uns nicht instrumentalisieren lassen, einer Beschäftigungstherapie unterziehen oder vorgaukeln lassen, dass wir an Punkten im System mitentscheiden könnten, wo das einfach nicht stimmt. Uns ist klar, dass ein krasser Widerspruch besteht zwischen dem hierarchischen System Schule und einem wirklich demokratischen Prozess, wo die Kolleg_innen mitsprechen und eingreifen können, um tatsächliche Veränderungen an Schulstandorten anzuregen.
Wenn wir verpflichtet werden, einen Prozess mitzugestalten, wie SQA das vorsieht, dann wollen wir nicht in stundenlangen Sitzungen Papier für die Schublade produzieren, sondern erwarten uns zumindest bestimmte Grundvoraussetzungen:
* entsprechende Begleitung des Prozesses,
* entsprechende Ausbildung der Koordinator_innen,
* auch eine bessere Vorbereitung der Leiterinnen
* kein Wettbewerb, kein Missbrauch für Vergleiche oder Konkurrenz an Standorten,
* das Thema muss wirklich in einem Diskussionsprozess vom Kollegium erarbeitet worden sein

Wir würden gerne SQA als Chance begreifen, mit solchen Prozessen zu beginnen, und werden uns in unseren Schulen dafür einsetzen, dass diese Grundvoraussetzungen erfüllt werden.

Diskussionsschiene Sonntag, 12.4.2014

Bildungsreform und Gewerkschaftsarbeit

zu Gast: Gaby Bogdan, apfl-ug Vertreterin aus Wien, apfl-ug ist ein Teil der öli-ug (Dachverband aller ug-Gruppen, in GÖD nicht anerkannt)

Wenn es eine Bildungsrefrm geben soll, was bedeutet das für unsere Arbeitsbedingungen?

„Her mit der Bildungsmilliarde!“
Der ständige Sparkurs seit den 1990er-Jahren hat soweit geführt, dass unser Schulsystem daniederliegt. Wir halten uns über Wasser, es ist Mangelumverteilung und ein Flickwerk an Verschiebungen.

Das neue Dienstrecht ist ein einziges Sparpaket, die „LehrerInnenbildung neu“ bringt Unklarheiten (Anstellung, berufsbegleitende Masterarbeit,…). Das neue Dienstrecht wurde „verhandelt“ und die Bildungsreform hat (noch) nicht stattgefunden.

Kontakt zur apfl-ug: oeliug.jimdo.com

Diskussionsschiene Montag, 13.4.2014

Inklusion

Die Idee, dass alle Menschen gleichberechtigt miteinander leben, arbeiten und beschult werden, unterstützen wir in ihrer Aussage voll.

Die Frage und die Angst liegen in den Bereichen, die die tägliche schulische Umsetzung betreffen.
Alle Kinder müssen gemäß ihrer Fähigkeiten möglichst optimal in der Gesellschaft gefördert werden.

Das benötigt klare Rahmenbedingungen:
Bleiben wir beim schulischen Umfeld so wäre es ideal, dass ein Kind mit besonderen Bedürfnissen ebenso wie jedes Kind in die Schule in der Nähe seines Wohnortes gehen darf. Es sollte dort willkommen sein, seine Eltern benötigen ein Umfeld, das sie ermutigt und sich unterstützt fühlen lässt. Die erste schulische Erfahrung sollte nicht sein, dass es als andersartig wahrgenommen von einer Institution zur anderen geschickt wird.
Wir LehrerInnen brauchen die Sicherheit, dass wir allen Kindern die bestmögliche Unterstützung geben können.
Wir sollten gestärkt durch eine fundamentale Ausbildung zu den Bereichen der Inklusion in die Arbeit in unsere Klassen gehen können, wissend, dass wir unbürokratisch Unterstützung von ExpertInnen bekommen können.
Die Entwicklungressourcen aller Kinder sollten in einem inklusiv fördernden Rahmen mit ausreichenden personellen Ressourcen (pädagogisches und helfendes Personal) stattfinden.

Eine gelungene Inklusion wird alle Menschen unserer Gesellschaft bereichern, da niemand mehr unüberwindbaren Berührungsängsten gegenüberstehen wird. Alle lernen von klein auf ein konstruktives respektvolles Miteinander. Inklusion ist eine Chance für alle.

 

 

 

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