Erinnern und Zeichen setzen!

Als FreinetpädagogInnen sollten wir uns auch in das politische Leben „einmischen“, denn die Freinetpädagogik unterscheidet sich nicht zuletzt in ihrer politischen Dimension von anderen Strömungen der Reformpädagogik. Celestin Freinet schreibt in seinem bekannten Text „Wenn die bestimmen…“ u.a.:

„Natürlich, es stimmt, sie (die Politiker und Gewerkschafter, Anm.) sind es gewohnt zu sprechen und zu bestimmen und wir, unsere Funktion ist es, zu schweigen und zu gehorchen.  Und trotzdem, wir haben doch genauso viel im Kopf wie sie, und in unserer Sprache fehlt uns auch nicht die Beredsamkeit.Wir sind nur gefesselt mit einer Kette, die wir nicht zerreißen können.  Das Schlimme ist nur: wir sind es, die diese Kette für unsere eigenen Kinder schmieden und sie ihnen weitergeben!“ 

(Text aus: J. Hering u W. Hövel (Hrsg): Immer noch der Zeit voraus, 1996, Bremen
Original in: C. Freinet: Les dits de Mathieu, 1967)

In diesem Sinne möchten wir auf folgende Veranstaltungswoche hinweisen:

Gedenk- und Aktionswoche gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus, 20.-27. Jänner 2012.

Am 27. Jänner 2012 jährt sich zum 67. Mal die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Der internationale Holocaust-Gedenktag der UNO ist Anlass für die so wichtige Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Der 27. Jänner soll aber auch Veranlassung dazu sein, aktiv gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus in Österreich und Europa aufzutreten.

Ein Nachdenken über die heutige Situation ist bitter notwendig: Das zeigen nicht nur das Massaker von Norwegen und der rechtsextreme Terrorismus in Deutschland, sondern auch der dramatische Anstieg rechtsextremer Aktivitäten in Österreich. Allein im vergangenen Jahr sind in Österreich mehr als 1.000 Anzeigen wegen rechtsextremer Straftaten registriert worden. Diese Entwicklung ist alarmierend.

Rechtsextreme Vereinigungen versuchen sich in der Mitte unserer Gesellschaft einzunisten. In den repräsentativen Räumlichkeiten der Hofburg soll der von rechtsextremen Organisationen getragene WKR-Ball stattfinden. Und das ausgerechnet am Tag der Befreiung von Auschwitz. Wir finden das unerträglich.

Daher veranstalten wir von 20.-27. Jänner eine Gedenk- und Aktionswoche. Wir wollen in dieser Woche der Opfer der mörderischen Sündenbock- und Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus gedenken. Und wir wollen mit zahlreichen Aktionen ein deutliches Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus in unserer heutigen Gesellschaft setzen.

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